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B E R U F

B e r u f l i c h e L a u f b a h n

Bill Monroe, the father of Blue Grass Music

Dave Dee

* Professionelle Sprecherarbeiten für Hörfunk, Film (Videovertonungen) und Werbung * Moderation / Präsentation bei Veranstaltungen und Hörfunk * Redaktionelle Arbeit für Printmedien * Redaktionelle Fachberichte über Amateur- und CB-Funk sowie Funkscanner * Interessiert an einer Zusammenarbeit? Dann bitte bei mir melden !

Mein Interesse an journalistischer Arbeit im Hörfunk ist durch mein Konfirmationsgeschenk, ein Magnetbandgerät, geweckt worden. Aus der anfänglichen "Tonbandelei" sind aufgrund der Ausbildung bei "Radio Andernach" (Bundeswehr) und weiterer Schulungen (u.a. Sprecherziehung bei Wolfgang Schefuß, Deutsche Welle) die Grundlagen zu professioneller Sprecharbeit gelegt worden. Nach der freien Mitarbeit bei verschiedenen Sendern (Deutsche Welle, Belgischer Rundfunk, Radio Benelux, Radio Aktivität, Radio Victoria KW-Projekt, KW-Hörer-Club ADDX) wechselte ich 1988 nach Freiburg zu "Schwarzwald-radio" und versah dort sämtliche Aufgaben der Hörfunkarbeit. Nach dem Aus des Senders hatte ich mich der schreibenden Zunft zugewandt, um hiernach für sechs Jahre als Moderator, Sprecher und Redakteur bei Radio FR 1 (spätere Antenne Südbaden) in Freiburg tätig zu sein. Seit der Auflösung der dortigen Redaktion (laut des seinerzeitgem Geschäftführers Christian Roth wollte man "ein nicht journalistisch geprägtes Radio" machen) war ich ab dem Jahr 2005 freiberuflich für regionale Printmedien tätig. Ferner erstelle ich Berichte für Fachpublikationen in den Bereichen Funk und Festungsbau. Im "Verlag Harry Lippmann", Köln, ist meine Dokumentation über den ehemaligen Atombunker in Mariental bei Ahrweiler in neuer Auflage (Februar 2007) erschienen. Im Januar 2007 wurde im Siebel/VTH-Verlag mein Buch "Tipps und Tricks zum Scannerempfang" veröffentlicht. Im Februar 2008 ist in der Waldkircher "Buchhandlung am Marktplatz", Marktplatz 14-16, in 79183 Waldkirch (Tel. 07681 / 25 48 9) das mit neun Kurzkrimis versehene Buch "Tatort Elztal" für 10,90 Euro erhältlich. Von mir ist die im CB-Funk-Millieu spielende Geschichte "Als Waldkirch seine Unschuld verlor" dabei. Ferner sprach ich häufig Texte, unter anderem auch für den französischen Videoproduzenten Christian Weber im elsässischen Soultzmatt. Nachdem dieser immer eine ordentliche Zahlungsmoral pflegte, änderte sich dies Ende 2008, Anfang 2009 plötzlich. Er zahlte mir schlichtweg zwei Produktionen nicht mehr und gehört seitdem für mich zu den unseriösen Videoproduzenten, vor denen ich leider warnen muß, obwohl wir immer einen freundschafltichen Umgang miteinander pflegten!Seit März 2009 bin ich als Texter, Sprecher und Online-Redakteur beim Media-Production-Service (MPS)/ Kramer-Verlag in Offenburg, Außenstelle Freiburg, tätig.

09.1973 - 07.1975 Ausbildung zum Versicherungskaufmann01.1976 - 03.1977 Sprecher, Moderator, Musikredakteur bei "Radio Andernach" (Bundeswehr)04.1977 - 03.1988 Sachbearb. im Bundeswehrverwaltungsamt, freier Hörfunk-Mitarbeiter (u.a. bei der DW)03.1988 - 12.1991 Redakteur, Sprecher, Moderator bei "Schwarzwaldradio" in Freiburg03.1992 - 04.1998 Redakteur, Fotograf bei der Wochenzeitung "Emmendinger Tor" in Emmendingen05.1998 - 12.2004 Redakteur, Sprecher, Moderator bei Radio FR1/Antenne Südbaden in Freiburg01.2005 - 02.2009 Freier Mitarbeiter bei den Printmedien der "Wochenzeitungen am Oberrhein" (WZO), Emmendingenseit 02.2007 Sprecher für den "Media Production Service" (MPS) / Kramer Verlag in Offenburg seit 03.2009 Texter & Sprecher sowie Onlineredakteur bei MPS / Kramer Verlag, Außenstelle Freiburg

A U D I O :

Gunther Gabriel

Reportage von Horst Garbe aus einem Ultraleichtflieger, gestartet in Bremgarten.

Termine im Beruf:

Horst´s journalistische Tätigkeiten im Funk und bei den Printmedien

Für die einen war 1956 ein Jubeljahr, für die anderen nicht - denn ich, Horst Garbe, wurde in Bonn, der ehemaligen Bundeshauptstadt, geboren. Auch das noch, ein Rheinländer! Meine Moderatorenlaufbahn schien schon früh festgelegt worden zu sein, hieß es doch im Zeugnis des ersten Schuljahres von 1962/1963: „ Seine Neigung zum Schwatzen muss er bekämpfen lernen!“ Und ganz ehrlich: Es ist mir nie gelungen.Aller Anfang war ein SABA-TonbandgerätEs war damals in den siebziger Jahren „in“, ein Tonbandgerät zu besitzen. Und so wurde mir meinem Konfirmationswunsch am 15. März 1970 Rechnung getragen und mir ein bescheidenes SABA TG 444 mit einem schönen Telefunken TD 26 Mikrofon im silbernen Alu-Look zugestanden. Da war ich Bursche gerade einmal 14 Jahre alt – äh, jung! Ein Vierspurgerät, dessen damit gemachte Aufnahmen, insbesondere von den genervten Eltern, der Oma und Tante sowie eigentlich jedem, der in die Nähe des Mikrofons kam, auch heute noch laufen! Später sagte ich, mich selbstbewusst oder eitel von der mittlerweile entstandenen Masse der „Tonbandler“ absetzend, „Bandmaschine“. Wohlwissend, dass das Amateurequipment beileibe nicht die Qualitäten der Telefunkenmaschinen M 10 oder M 15 sowie Studer A 80 erreichen konnte. Nein, Geld für solche Magnetbandgeräte hatte ich nicht (woher auch 15.000 Mark nehmen?) und es durfte noch sehr lange von einer Revox PR 99 für „bescheidene“ 5.000 Mark geträumt werden! Zurück zum SABA-Gerät. Irgendwann fiel mir auf, dass man den Mikrofonton sogar ein- und ausblenden konnte. Wie im richtigen Radio! Vom Tonbandler zum RadiomacherHätte ich dies nicht entdeckt, wären zahlreiche Menschen wohl nicht vom immer im Training befindlichen Amateurreporter Horst belästigt worden. Wo auch immer, ich machte Interviews und Reportagen, die heute den Status „Comedy“ mit Bravour erreichen, nicht aber professionellen Hörfunkansprüchen genügen würden. Immerhin reichte es aber, bei zahlreichen Wettbewerben des „Rings der Tonbandfreunde“ mitzumachen. Zwar gewann ich nie den Hauptpreis, die stets anvisierte Revox A 77, hatte dafür aber alsbald zahlreiche Kopfhörer zur Auswahl. Ganz so schlecht konnten meine Reportagen, darunter auch einmal ein Hörspiel in Kunstkopfstereophonie (unter anderem „live“ in den Ofenkaulhöhlen des Siebengebirges bei Bonn aufgenommen), also doch nicht gewesen sein. Nein, für den teuren Sennheiser Kunstkopf reichte das bescheidene Budget natürlich nicht. Aber es gab von Sennheiser ein spezielles Stereo-Mikrofon, das die eigenen Gehörgänge für den Kunstkopf-Stereoeffekt nutzte. Das alles hatte natürlich nichts mit professionellem Radio zu tun. Und dennoch kam die große Chance zur Aussendung eines Programms im öffentlich-rechtlichen Rundfunk! Der Südwestfunk gab in seinem dritten Programm den Hörern in der Sendung „Pop-Shop, 20 zu 1“ die Möglichkeit, ihre Manuskripte aussenden zu lassen. Natürlich lasen mein viel zu früh verstorbener Schulkamerad Ulrich Hemes und ich die selbstgefertigten Texte zum Thema Umweltschutz (damals schon!) selbst, gaben eigene Umfragen hinzu und mischten dies mit unseren Lieblingshits. Das Problem: Wie konnte man den professionellen Ansprüchen technisch gerecht werden? In der Schule gab es jemanden, dessen Eltern wiederum einen Tontechniker im parteieigenen Studio der SPD kannten. Und der war froh, nicht immer Willi Brand archivieren zu müssen, sondern den jungen Leuten das Handwerk perfekter tontechnischer Arbeit beibringen zu können. Tatsächlich lernte ich hier das korrekte Bandschneiden und zahlreiche andere tontechnische Kniffe mehr! Somit kam mein erstes sendefertiges Programm am 16. Oktober 1972 zur Ausstrahlung. Weg von den Beiträgen – hin zu ganzen Sendungen!Faszinierten zunächst Reportagen und Kurzhörspiele, wurden 1975 die ersten „richtigen Radiosendungen“ im heimischen Amateurstudio produziert. Nicht zuletzt hatten dazu der damals in Köln beheimatete „British Forces Broadcasting Service“ (BFBS), der britische Soldatensender sowie sein amerikanisches Gegenstück, das „American Forces Radio“ (AFN) dazu verführt.. Und ehrlicherweise sei auch Mal Sondocks „Diskothek im WDR“ genannt. Hier gab es sie, die munteren und nicht steifen Moderatoren und die von mir so geliebten Jingles. Jene Programmelemente, die eine Musikshow so flott machten! Nicht selten besuchten mein Ausbildungsfreund Peter Gasper und ich den britischen Sender persönlich in seinen Studios in Köln-Marienthal. Peter McDonagh moderierte die Saturday Show und der größte Moment war immer dann, wenn die Gäste „Good Morning“ rufen durften! Live im Studio dabei sein – wo konnte man das schon?! Und ich gestehe mir mit gesengtem Haupt ein: Ja, an einem Baum beim Kreisverkehr in Köln-Marienthal hing ein Hinweisschild zu den Studios des BFBS. Es hängt seit den siebziger Jahren als Sammlerstück in meinem Privatstudio. Das einzige mal in meinem Leben, dass ich kriminelle Energie entwickelt habe. (Gott sei Dank ist die leidige Sache jetzt verjährt!) Programme ganz nach dem Vorbild der vorgenannten Sender, wie auch nach der Art der Seesender, wie „Radio Nordsee International“, „Veronica“, "Caroline" oder dem englischsprachigen "Radio Luxembourg 208" entstanden in Bonn auf der gerade erst geborenen Kompakt-Cassette. Es waren die ersten „Horst-Garbe-Shows“. Sie entstanden als sogenannte „Rundbänder“, die in diesem Fall im Freundes- und Bekanntenkreis „rund gereicht“ wurden, bis sie den Absender wieder erreichten. Sogar die Berufsschulabschlussfeier wurde live mitgeschnitten. Irgendwie musste man ja sein Publikum erreichen!Radio bei der Bundeswehr Am fünften Januar 1976 ging es für mich nach Kastellaun zum Grundwehrdienst. Zuvor waren in Köln „seltsame Tests“ erfolgt, in denen die anstehenden Rekruten „Klingel“- und „Schnarr“-Geräusche erkennen mussten. Dieses eigenartige Spektakel diente dazu, herauszufinden, wer schnell akustische Signale unterscheiden kann, da seinerzeit bei der BW noch gemorst wurde (und mittlerweile wieder gemorst wird). Und wer rief zum Ärgernis der uniformierten Veranstalter in den Saal: „Das klingt hier ja wie bei Mal Sondock – Hit oder Niete!“? Sondock hatte nämlich genau die gleichen Töne zur Abstimmung seiner neuvorgestellten Musiktitel!Nach dem Grundwehrdienst im eisigen winterlichen Kastellaun landete ich in Andernach beim PSV-Bataillon – der psychologischen Verteidigung.- vielen bekannt unter „Radio Andernach“. Die Baracken der „Krahnenbergkaserne“ in Andernach hatten seinerzeit historischen Klang, wurde in ihnen die Bundeswehr unter Anwesenheit von Bundeskanzler Konrad Adenauer in den fünfziger Jahren gegründet. Derzeit ist der Bundeswehrsender, der nicht mehr in der namengebenden Stadt Andernach, sondern in Mayen in der Eifel zu Hause ist, bekannt durch seine Truppen betreuende Programme insbesondere in Afghanistan. Als ich als Musikredakteur und Sprecher dort tätig war, durfte „Radio Andernach“ oder nach seiner Sendefrequenz „Radio 701“ benannt, nicht senden, sondern verteilte seine Übungssendungen am Morgen und am Mittag per Lautsprecher in den Kasernenräumen. Dennoch gab es in den siebziger Jahren auch schon truppenbetreuende. Klänge aus der Heimat. Moderiert von mir gingen per Magnetband unter anderem die Deutsche Hitparade und Grußsendungen an Bundeswehrstandorte unter anderem in den USA und Frankreich. Das man nicht wirklich senden durfte, hing mit einem Vertrag mit der DDR zusammen. Die stellte nämlich ihre „Soldatensender“ nur dann ein, wenn „Andernach“ auch schweigt. Professionelle Sprecherausbildung und praktische Sendungsübungen ließen alsbald die behäbigen Anfänge aus der Tonbandzeit vergessen. Aufregend war für mich als junger Mensch ferner der Umgang mit bekannten Stars im Interview, wie zum Beispiel Chris Norman von der Gruppe „Smokey“, die Sängerin „Gilla“ oder auch die Schauspielerin Christine Kaufmann.Da ich als „richtiger Soldat“ nur wenig taugte, eben nur ein Radiomann in Uniform war, kam ich zwar mit den Kollegen im Studiobereich gut aus, aber nicht alle Vorgesetzen in der Kompanie mochten die vom angeblich „besseren“ Studio leiden. So blieb es nur beim „Gefreiten“ Garbe (andere gingen als Hauptgefreite), was ich aber gar nicht zum Ärger meiner Vorgesetzen als störend empfand. Schließlich hatte ich auf dem Gebiet des Radio-Machens sehr ordentliche Zeugnisse erhalten, und nur darum ging es! Und es ging mir um meine Leidenschaft von Live-Sendungen. Diese beim Bund durchzusetzen, war nicht so einfach. Die Idee war, aus der Kantine direkt eine Karnevalssendung in die Kaserne zu übertragen. Nicht wenige Vorgesetzte hatten Bedenken. Es herrschte die Angst vor, dass Soldaten möglicherweise nach überhöhtem Alkoholkonsum bundeswehrfeindliche Dinge ins Mikrofon sprechen könnten. Ich erhielt Unterstützung von Major Erik Kothny und die Sendung verlief ohne Zwischenfälle. Es wurde sogar in der Andernacher Zeitung darüber berichtet! Mitschnitte aus dieser Zeit gibt es leider nicht, dafür einige nicht immer sendereife Tonerinnerungen von hinter den Kulissen. Auch Gerd Alzen vom Deutschlandfunk gastierte in Andernach, wie ich nach einem Bandfund (noch heute in meinem Privatarchiv), feststellen durfte.Eine lustige Anekdote spielte sich eines Tages im Studiobereich ab. Ein Stabsunteroffizier hatte sich fest an mich geheftet und verfolgte mich bei sämtlichen meiner Tätigkeiten Schritt auf Schritt. Offensichtlich wollte er mir nachweisen, dass ich meine Arbeit nicht ordentlich mache. Bald platze mir als ständig Verfolgter der Kragen: „Ich brauche keinen Verfolger, ich weis schon, was ich zu tun habe!“ Dieser Ton wiederum gefiel dem vorgesetzten Stabsunteroffizier überhaupt nicht. „Ich kann Sie verhaften lassen!“ rief er gereizt. „Nur zu!“, konterte ich. Beide kehrten wir flugs mit hochroten Köpfen beim Kompaniechef, Hauptbootsmann Eltgen, ein. Deutlich war zu erkennen, das sich weder Kompaniechef noch die ihm umgebenen Mitarbeiter wirklich ernst halten konnten, als der Stabsunteroffizier sein Begehren vortrug. Kurzum, ich blieb in Freiheit! Auf meiner Stube schliefen zudem heute bekannte Persönlichkeiten, wie Andreas Ernst (Heute WDR – Aktuelle Stunde, zuvor Südwestfunk III, Litfaßwelle) und Alfredo Pauly, der heutige Pelzmillionär. Letzterer lebte schon zu Bundeswehrzeiten seinen Traum von gut gekleideten Damen – nur kaum einer seiner Kameraden nahm damals Paulys Ideen ernst. Weitere Radioerfahrungen nach der WehrpflichtDa es ohne Studium fast unmöglich ist, in öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten eine Anstellung als Moderator zu finden, wählte ich einen anderen Weg. Mein Auskommen sicherte ich als gelernter Versicherungskaufmann als Angestellter im Öffentlichen Dienst bei der – man glaubt es kaum – „Bundeswehrverwaltung“ in meiner Geburtsstadt Bonn. Und in meiner Freizeit verschrieb ich mich ganz der Faszination „Radio“. Programme aus Quito Ecuador für die ADDXSeit Juni 1977 bin ich Mitglied der „Assoziation deutschsprachiger Dxer“ (ADDX), dem deutschen Radiohörerverein für Kurzwellenrundfunk. Hier bot sich für mich seinerzeit die Chance, auf Sendung zu gehen, da die ADDX einmal im Monat ein zehnminütiges Programm via HCJB – der Stimme aus den Anden (Südamerika) aussendete. Es galt, über diesen christlichen Sender ein sogenanntes „Programm für Dxer“ zu erstellen. Es wurde seinerzeit auf 8 cm Durchmesser fassenden Spulen mit extrem dünnen Band nach Südamerika verschickt. Noch heute bin ich darüber verwundert, dass die Bänder den Sender immer pünktlich erreicht haben. Ob neue Empfänger, Informationen über spezielle Sender, Reportagen von der HiFi-Messe in Düsseldorf und anderes mehr, alles, was mit Rundfunk zu tun hatte, wurde in diese Zehn-Minuten-Programme gepackt. Gedankt wurden mir diese Informationspakete mit Schreiben von rund um den Globus, einmal sogar aus Australien. Eine besondere Rolle spielten hierbei die Hörer aus der damaligen Deutschen Demokratischen Republik (DDR). Sie sogen diese für sie wohl nur schwer zu bekommenen Informationen in sich auf und äußerten sich manchmal auch recht kritisch über die Zustände in ihrem Land. Insbesondere von diesen kritischen Stimmen habe ich im Laufe der Zeit nichts mehr gehört. Ob die überall gegenwärtige Staatssicherheit hier tätig geworden ist – wer weis? Ein besonderes Erlebnis mit HCJB stellt diese Anekdote dar: Stolz, endlich einmal den Rock´n Roll Präsentator überhaupt, Memorymaster Gerd Alzen (Memoryhits im Deutschlandfunk) für ein Interview vor das Mikrofon bekommen zu haben, wollte ich ihn in einem der ADDX-Programme präsentieren. Das Band indes kam ungespielt zurück. Für den christlichen Sender stellte Rock´n Roll offensichtlich eine sehr unzüchtige, sogar dämonische Musik dar. Da machte der brave DJ Alzen auch keine Ausnahme!Am 29. und 30. Juli 1978 zog es mich in das Leeuwenhorst Congress Center im niederländischen Noordwijkerhout. Dort fand die Veranstaltung „Zeezenders 20 – Offshore Radio in Europe 1958 – 1978“ statt. Zahlreiche Persönlichkeiten der Seesender präsentierten anhand von Filmen und Fotos ihre Rundfunkarbeit auf hoher See. Beseelt vom Gedanken, das willst Du, wenn auch nicht auf hoher See, auch mal machen, ging die Fahrt zurück nach Bonn.Das Phänomen „Ostbelgische Rundfunk“Im Mai 1981 kam mir ein seltsamer Sender auf der Suche nach niederländischen Landpiraten auf 101 MHz in den Empfänger. Nachdem die 18-Element-Antenne an einem guten Sony-Tuner in der Kekuléstraße 12 genau ausgerichtet war, konnte ich deutlich vernehmen: „Hier ist der Ostbelgische Rundfunk mit einer Testsendung“. Das Komische, es wurde gar kein belgischer Dialekt gesprochen, es klang eher nach einer Mischung aus Rheinland und Eifel. Der Sprecher mit Akzent muss der Elektroingenieur Elmar Santen gewesen sein, der in Düren ein Radio- und Fernehrgeschäft betrieb. Dann tauchte eine näselnde Stimme unter dem Namen Peter Petersen auf. Wie sich später herausstellte, der deutsche Initiator des Projektes: Helmut Slawik! Er nutzte die sehr liberale belgische Radiopolitik Sie lies Radiosender in den üblichen UKW-Frequenzen solange zu, solange sie keine Störungen mit anderen Sendern egal welcher Art verursachten. An „Radio Benelux“ ging meine erste offizielle und ganz förmliche Bewerbung bei einem Rundfunksender. Und die Sensation: Ich wurde genommen. Nun gab es die Horst-Garbe-Show nicht mehr als Rundband, jetzt gab es sie im Äther. Schlagartig hatte sich der Hörerkreis um Tausende vergrößert! Eifrig wurden Jingles an der mittlerweile vorhandenen Revox B 77 gebastelt, Musiken ausgewählt und sich Gedanken zu Sendungsinhalten gemacht. Letztere wurden alsbald ergänzt um Bernd Effelsberg und Norbert Berger, beide gute Freunde von mir. Sie sorgten in eigenständigen Minishows in der Horst-Garbe-Show für Rock´n Roll und Country-Music. Ich konnte meinen Hang zu AFN und den USA auch hier nicht verbergen. Im gleichen Jahr zogen Norbert und ich für einen vacation trip sechs Wochen in die USA. Natürlich fehlten zahlreiche Besuche von Radiosendern ebenso wenig, wie der Besuch der Grand Ole Opry in Nashville.Überrascht zeigte ich mich bei meinem ersten Besuch von „Radio Benelux“ (BNL) in der Gastronomie „Baraque Michel“ im Hohen Venn, dem Hochmoor in den Bergen direkt hinter Eupen und Aachen. In einer spärlich möblierten Dachkammer standen ein einfacher Tisch, darauf ein ebenso einfaches Mischpult, ein Casettenrekorder, ein Mikrofon und das nicht tot zu bekommende Akai-Tonbandgerät. Selten gab es ein so stabiles und robustes Bandgerät neben einer Revox. Es lieferte im Dauerbetrieb die Woche über bei Benelux Musik, denn zunächst liefen nur an den Wochenenden moderierte Programme. Und dann war da noch der große Metallschrank mit auffälligen Anzeigen. Der professionelle Rhode- und Schwarz-Sender mit 100 Watt Ausgangsleistung. Das also war Radio Benelux! Hier noch drei Anekdoten, die erste recht amüsant und süffisant: Bei einem dieser Besuche, ich hatte zu dieser Zeit keine Freundin, rückte mir ein bärtiges Etwas immer näher auf den Pelz. Je mehr ich in der Stuhlreihe auch weiterrückte, das Etwas rückte mir stetig hinterher. Beim letzten Stuhl angekommen gab es nur noch hartes Durchgreifen: „Nein, absolut kein Bedarf an Männern!“ Eines weiteren Wochenendtages war ich mit einem mit Schallplatten sowie tontechnischem Equipment vollgestopften Wagen unterwegs nach Baraque Michel. Um zolltechnischen Problemen auszuweichen, war extra ein wenig genutzter Übergang nach Belgien ausgesucht worden. Doch genau an diesem Tag war der Posten besetzt! Nach Vorlage meines Ausweises war die Situation indes schnell gerettet: „Ach, Sie sind Horst Garbe – Sie sind doch von Radio Benelux, das hören wir hier auch!“. Wie bekannt war der Sender eigentlich noch?!Immer wieder schaffte ich es, bekannte Gruppen und Moderatoren zu einem Interview vor das Mikrofon zu bekommen. „Na klar doch, da jröße wir die Horst-Jarbe-Show“, dröhnte mir unter anderem Wolfgang Niedecken von BAP ins Mikrofon. So wurde es nur eine Woche später über „Radio Benelux“ gesendet. Aber auch die damalige Kultband der Neuen Deutschen Welle, „Spliff“, war ebenso dabei, wie Mal Sondock und viele andere mehr. Plötzlich tauchten Neider auf und hinter den Kulissen wurde das Gerücht verbreitet;: „Der Garbe hat die Interviews im Radio mitgeschnitten und seine Stimme dazugemischt!“ Nein und abermals nein! Sämtliche meiner Interviews wurden auch von mir selbst geführt.Und die Horst-Garbe-Show gab es natürlich auch live! Da war mein Arbeitskollege Michael, der in der Nähe von Jülich heiratete. Und „Benelux“ war live dabei! An einem Wochenende hatte der Bursche geheiratet, und am nächsten Wochenende konnte er seine Hochzeit noch mal im Radio hören. Unfassbar! Zudem gab das „Zweite Eupener Talentfestival“ am 13. März 1982 zu moderieren. Die hiesige Zeitung Grenz Echo schrieb hierzu: „Der spaßige Horst Gaabe (kein Tippfehler) – Moderator der Horst Gaabe Show von Radio Benelux – wird den Abend durch ein lockeres Unterhaltungsprogramm untermalen“. Ich erinnere mich noch an eine Band mit dem mehr als eigenartigen Namen „Keuners Tanzkapelle“. Wenn die Kapelle loslegte, dann war sie aber weit mehr Rockband als Tanzkapelle! Neben den flott moderierten Sendungen kamen später auch Live-Sendungen aus der Gastronomie „Baraque Michel“ hinzu. Diese Sendungen mit „Onkel Patrick“ endeten meist in vulgärer Rhetorik - die Anfänge vom Ende zeichneten sich ab. Das war kein Radio mehr, es war primitiver Small Talk weit unter der Gürtellinie. Damit holte man sich keine Hörer, damit vertrieb man sie. Vor allem, wenn man bedenkt, das Minderjährige auch am Empfänger lauschten. Was dann wirklich das Aus des Senders bedeutete, der sogar einmal in einer WDR-Sendung Beachtung fand, kann ich heute nicht mehr nachvollziehen, obwohl zu diesem Thema zwei Interviews im Archiv von mir schlummern. Wie auch immer, ein Dieter Hermanns übernahm den Sender und damit kam das endgültige Aus. Von Benelux aus kamen unter anderem später so bekannte Persönlichkeiten, wie Stephan Kaiser (Deutsche Welle, Radio NRW) und der unter dem Namen Tim Mix agierende Patrik Lynen (SWF III, zurzeit HR) Immerhin, von Juli 1981 bis März 1983 durfte auch ich dabei sein – und es war rückblickend eine wirklich prima Zeit!. Der Wechsel zu „Radio Aktivität“Nachdem „Benelux“ aus dem Äther war, wechselte ich zu „Radio Aktivität“. Wir Radioleute kannten uns untereinander und da war der Weg zum damaligen Senderleiter Daniel Martin nicht weit. Aus „Radio Herman“ in Raeren entstanden, gab es alsbald in Eupen den lokalen Sender „Aktiviät“. Heute existiert dieser Sender immer noch, sogar mit Livestream im Internet, unter dem Namen „Radio Contact“. „Aktivität“ sollte für die nächsten Jahre meine Heimat werden. Und ganz so nebenbei lernte ich auch die Belgier und ihre nette Art sowie den freundschaftlichen Umgang mit mir als deutschen Exoten schätzen und lieben. Auch bei diesem Sender gab es alle möglichen Sendungen zu bestreiten, von der aktuellen Musiksendung über eine Oldieshow bis hin zum Frühprogramm am Wochenende. Sämtliche dieser Sendungen wurden im Bonn produziert, ebenso satirische Weihnachts- und Ostersonderendungen. Ohne arrogant wirken zu wollen, diese speziellen Sendungen waren die Vorläufer der später auf sämtlichen Wellen, SWF III allen voran, anzutreffenden Comedybeiträge. Neben dem unterhaltsamen Teil der Sendungen kam auch eine soziale Komponente hinzu. Zusammen mit der blinden Christa Deneke aus Bonn, die ich vom CB-Funk her kannte, informierten wir über den richtigen Umgang mit Blinden und Behinderten im Allgemeinen. Ziel war es, Berührungsängste von Nichtbehinderten und Behinderten abzubauen.. Und natürlich durfte ich auch bei „Radio Aktivität“ meinen Hang zur Live-Präsentation ausleben. Zum Beispiel die mehrtägige Sendung aus dem ortsansässigen Supermarkt „Nopri“. Der ebenfalls schon bei „Benelux“ aktive André Goebels alias Andre Frederik (heute immer noch bei Radio Contact) war mit mir vor Ort und wollte sich etwas kaufen. Dazu zückte er einen belgischen Geldschein und ich kommentierte mit meiner Schnodderschnauze wohlwissend um den abgebildeten Kopf auf dem Geldschein: „Was ist das denn für ein Knilch da?“ In Erfurcht erstarrt kam es fast schon beleidigt zurück: „Natürlich der König!“ Ab nun wusste ich, wie weit ich mit meinen Scherzen gehen durfte.Eines aber ist auch gewiss: Eine so freie Programmgestaltung, wie bei „Radio Benelux“ und „Radio Aktivität“ sollte ich nie wieder erleben!Ferner kamen während der „belgischen Zeit“ auch Beiträge von mir im belgischen öffentlich-rechtlichen Rundfunk BRF und dessen Jugendsendung zur Aussendung.Was machte das Radio in der rheinländischen Heimat?Das Monopol der öffentlich-rechtlichen Sender wurde immer mehr ins Wanken gebracht. Der Druck der kommerziellen Interessenten für die Freigabe der Frequenzen vor allem über 100 MHz (sie waren noch unbelegt) wurde immer größer. Aber noch war es nicht so weit, und man musste sich als Radiofreak anders behelfen. So entstand der Kontakt zu Harald Riske, der in Bonn einen kabelgebundenen Krankenhausfunk betrieb. Als bekanntesten Gast durfte man dort eines Tages Hannelore Kohl, die Frau des seinerzeitigen Bundeskanzlers, begrüßen. Unter Riske entstanden auch die ersten Pläne für ein Bonner Radio. Die Demobänder für ein solches Projekt entstanden bei mir in meinem kleinen Privatstudio. Wieder einmal hieß es Jingles und andere Tonproduktionen mehr zu kreieren. Riske ist heute noch Geschäftsführer des daraus später entstandenen „Radio Bonn Rhein Sieg“. Neben dem Radio widmete ich mich auch dem Funkhobby. Seit 1975 betrieb ich aktiven CB-Funk, landete aber alsbald beim Amateurfunk und legte am 24.Mai 1985 meine Lizenzprüfung vor der Oberpostdirektion Köln ab. Dadurch ergab es sich, dass ich eine Zeit lang auch die Vereinszeitschrift „CQ-DL“ des Deutschen Amateur-Radio-Clubs für blinde Funkamateure auf Band sprach und den Amateurfunkrundspruch in Bonn zum „BN-RS“ – den Bonn Rundspruch - aufwertete. Bei den Funkamateuren sollte ich auch Klaus Beilke kennen lernen (er selbst sagt, dass es schon früher bei BNL war – kann mich aber nicht mehr daran erinnern), vielen Radioszene-Kennern als „Nick Barker“ von „Radio Benelux“ und „Radio Vicotria“ ein Begriff. Klaus habe ich einiges zu verdanken. Zunächst einmal ein Masterband eines Mitschnitts der „Saturdayshow“ mit Peter McDonagh sowie das dazugehörige Jinglepaket. Klaus arbeitete vor seiner „Deutschen Welle“-Zeit beim BFBS als Tontechniker. Aber sein ganz besonderer Verdienst war es, mich an den Sprecher der „Deutschen Welle“, Wolfgang Schefuß, zu vermitteln. Dieser brachte mir nach der Bundeswehr in den Jahren 1983/1984 noch einmal im Rahmen einer individuellen Sprecherausbildung die richtige funkische Spreche bei. Noch heute zehre ich von dem hierbei gewonnenen Wissen. Als Funkamateur bin ich unter dem Rufzeichen DK3GV aktiv. Neben meiner Haupttätigkeit im öden Büroalltag des Bundeswehrverwaltungsamtes war ich in der Bonner Kneipenszene als Discjockey tätig. Das Hobby Tontechnik, aber auch der Kauf der aktuellen Musiktitel, wollte finanziert sein. Dafür kamen die Nebeneinnahmen aus der Discjockeytätigkeit gerade recht. „Boney M.“ mit „The Rivers of Babylon“ kann ich seit dieser Zeit nicht mehr hören.Moderatorenlegende um einen Tag verpasst!Nach zahlreichen Versuchen, zur „Hitparade International“ (Hessischer Rundfunk) eingeladen zu werden, kam endlich der ersehnte Brief mit dem Hauptgewinn: Ein Besuch im Studio des Hessischen Rundfunks und Teilnahme an der Sendung „Hitparade International“. Schnell hatte ich Bernd Effelsberg angerufen und wir fuhren auf GEZ-Kosten nach Frankfurt. Ein äußerst netter, ohne Starallüren versehener Werner Reinke begrüßte uns. Natürlich hatte ich meine portable Bandmaschine dabei und Reinke demonstrierte, wie sich ein perfektes „Talk Over“ anzuhören hat. Auf jeden Fall nicht so, wie die heute nach dem Count-Down des Computers einfach nur zugeredeten Intros der Musiktitel. Und er fragte uns nach Wolfman Jack. Natürlich kannten wir den krächzenden Top-Moderator aus den USA – das Radio-Original überhaupt. Lächerlicherweise wurde er in den Filmen „American Graffiti“ auf deutsch synchronisiert. Einen Wolfman kann man nicht synchronisieren – oder er ist kein Wolfman alias Robert Bob Smith aus Brooklyn, New York, mehr! „Er war gestern nebenan beim AFN!“ plauderte Reinke munter drauf los. „Und heute?“ Kurzum, er war nicht mehr da. Ich hätte solange an der Tür von AFN getrommelt, bis man mich reingelassen hätte!Der Wechsel von UKW auf KurzwelleAls ob es nicht schon genug gewesen wäre, nein, der Garbe musste auch noch europaweit im Äther sein Unwesen treiben. Und dies parallel zu den Arbeiten bei „Aktivität“ und dank des rührigen und engagierten Roger Kirk alias Ernst Wronna. Er betrieb von September 1983 bis Ende 1985 sein „Radio Victoria“ auf 7.295 MHz im 41-Meter-Band über den italienischen Kurzwellensender „Radio Milano International“. Und das ganz legal, weil die Sendzeit angemietet wurde. Die Kontakte zu Kirk kamen über „Radio Benelux“ zustande, da eine Zusammenarbeit mit „Victoria“ vorgesehen war oder in den letzten Tagen von „Benelux“ unter Dieter Hermanns sogar praktiziert wurde. Ich erinnere mich an die genauen Umstände nicht mehr genau. Wie auch immer, „Radio Victoria“ schlug trotz der Kurzwelle und ihren qualitativen Nachteilen, wohl aber gerade wegen des Vorteils, nicht nur regional, sondern in ganz Deutschland mit gutem Signal hörbar zu sein, wie eine Bombe ein. Es reichte sogar, zahlreiche Hörer bei einem von mir organisierten Hörertreffen in meiner Geburtsstadt Bonn am 28. Oktober 2984 in den Clubräumen des ehrwürdigen Amteurfunkortsverbandes Bonn (G 03) begrüßen zu können. Unter den Gästen so bekannte Namen wie Wolfgang Roth (WDR) und „Deutsche Welle“ Techniker-Ausbilderin Esther Keupgen sowie EX-BNL-Mitarbeiter Peter Frenzer. Die „Victoria-Crew“ dominierte mit Michelle Zijnen, Roger Kirk, Klaus Beilke alias Nick Barker und meiner Wenigkeit. Natürlich gab es wieder einen Livemitschnitt, in dem auch Radio-Freak Josef Theobald zu Ehren kam. Irgendwann ging es im Zoff auseinander, wie es in den damaligen Zeiten nicht selten üblich war. Ich verweise auf „Benelux“, wo zum Schluss die Streitereien und das Kompetenzgerangel zum Scherbenhaufen geführt hatten. Sicherlich würde ich aus heutiger Sicht den Grund der Streitigkeiten bei „Victoria“ belächeln, nur, ich erinnere mich nicht mehr an den Grund. Ehrlich! Und da wir alle etwas reifer und erfahrener im Laufe der Jahre geworden sind, gab es bis zu seinem frühen Tode am 4. Dezember 2012 einen lockeren, freundschaftlichen Kontakt zu Roger Kirk, den ich nach „Victoria“ ganz woanders wiedertreffen sollte.. Kurzum, der Treff in Bonn hatte mal wieder Spaß gemacht, aber außer Spesen war nichts gewesen. Konnte man denn wirklich nicht mit Radio Geld verdienen, also Spaß und Lebensfinanzierung unter einen Hut bringen? Ein ganz kleines bisschen funktionierte es ja schon, in dem ich 1985 einen Beitrag an den Südwestfunk verkaufen konnte (Umfrage, basierend auf dem Grönemeyer-Titel „Wann ist der Mann ein Mann“) und ich Sprecherarbeiten im Wirtschaftsmagazin der „Deutschen Welle“, seinerzeit in Köln ansässig, nachging.Vier Jahre absoluter Radiospaß bei „Schwarzwaldradio“ Kurz vor Weihnachten 1987 sollte sich mein (Radio-) Leben schlagartig ändern. Aufgrund meiner mittlerweile geknüpften zahlreichen Kontakte in die Radioszene rief mich eines Tages der in Bonn lebende und aus Estland stammende Publizist und Übersetzer Elimar Schubbe (noch heute im Stadtrat Bonn – CDU - tätig) an: „Herr Garbe, wir haben da ein Projekt in Freiburg im Schwarzwald und brauchen Leute“. Schnell war ein Treffen angesagt und ich staunte über den mich begrüßenden kleinen (ich bin 1,87 Zentimeter groß) mit Bärtchen und Brille versehenen Mann. Noch seltsamer war der eigenartige und zackige Dialekt, in dem er auf mich einredete. Wie sich erst später herausstellen sollte, stammte Schubbe weit aus dem Osten, der für uns Westler durch den Eisernen Vorhang kaum zu erreichen war. Wie auch immer, wir wurden uns schnell einig und ich traf dank Elimar Schubbe Ende 1987 mit der Eisenbahn in Freiburg ein, um beim von mittelständischen badischen Unternehmern frisch gegründeten „Schwarzwaldradio“ meine zunächst nur auf Wochenenden beschränkte Freie Mitarbeit zu beginnen. Und so ganz zwischendurch ging ich noch bis zum März des darauf folgenden Jahres die Woche über der Arbeit meiner Festanstellung bei der Bundeswehrverwaltung nach. Dann wollte man mich in Freiburg dauerhaft haben! Mit dem „freundlichen“ Hinweis meines ehemaligen Arbeitgebers „doch hoffentlich nicht wiederkehren zu wollen,“ trennte ich mich im gegenseitigen Einvernehmen. Im März/April 1988 siedelte ich zunächst nach Freiburg, dann in meine heutige Heimatstadt Waldkirch um. Jetzt also durfte ich endlich professionelles Radio machen und wurde sogar entlohnt dafür! Die Überraschung: Conny Sabel, der in Andernach aus dem Studiobereich in den Kompaniedienst verbannte Feldwebel, versah hier ebenfalls seinen Dienst unter dem Dienstherren Bernd Schumacher. Was früher ein Traum war, wurde zur Alltäglichkeit: Der Umgang mit Telefunken A 15 Bandmaschinen. Auf diesen robusten Arbeitspferden entstanden Intros, Jingles, Promos und natürlich Sendungsbeiträge. Und es gab neben den Studiosendungen auch die von mir immer noch so geliebten Live-Sendungen. Kein Weinfest, noch nicht einmal die Fasnachtsumzüge blieben vor „Schwarzwaldradio“ sicher. Und dann der Schock: „Horst, hättest Du nicht Lust, unsere volkstümliche Musiksendung zu moderieren?“ Ich, als alter Rock´n Roll und Country-Music-Freund? Ich nahm die Herausforderung an und moderierte fortan den „Klingenden Schwarzwald“. Eine Mischung aus der Musik der zahlreichen Kapellen des Einzugsgebietes des Senders von Basel bis Offenburg (gesendet wurde mit 8 Kilowatt vom Standort „Blauen“) sowie bekannten Stars der volkstümlichen Musik. Als Comedy-Partner gewann ich den in Müllheim beheimateten Bernd „Goldy“ Heilemann. Von den Kollegen mitleidig belächelt, wenn nicht ausgelacht, schwiegen sie bei der Auswertung der Medienumfragen: Der „Klingende Schwarzwald“ hatte jeden Sonntagvormittag mehr als gute Einschaltquoten.Mitten in unsere tägliche 12 Uhr Informationssendung platze eines Tages per Telefon Kollegin Michaela Jutt. Aus ihrer Aufgeregtheit konnte ich ableiten, dass sie auf die Sparkasse zum Geld holen gegangen war und soeben einen Banküberfall miterlebt hatte. Kaum hatte sie es gesagt, schaltete ich sie auf Sendung. Aktueller konnte man nicht informiert sein. Heute arbeitet Michaela unter ihrem angeheirateten Namen im „Radio Regenbogen“ Außenstudio Freiburg. Noch spektakulärer war der Absturz eines Airbusses im Elsass. Mit einem Kollegen sammelte ich O-Töne, um einen aktuellen Beitrag zu gestalten. Kaum wieder im Studio in Freiburg lies man uns wissen, das zahlreiche deutsche Sender angerufen hätten und Informationen benötigten. „Schwarzwaldradio“ lieferte sie - deutschlandweit! Der Sender erreichte größte Beliebtheit im südlichen Schwarzwald. Dies lag mit Sicherheit an drei ganz wichtigen Faktoren: 1. Hier agierten Radiomacher gemeinsam im Team für die Sache „Schwarzwaldradio“ – und keine Einzelkämpfer für ihr persönliches Ego. 2. Es wurde nicht auf das heute allerorts dudelnde (mitunter langweiliges) Formatradio gesetzt, sondern auf ein für den Hörer abgestimmtes Programm, das auch Sparten wie volkstümliche Musik nicht nur für die ältere Generation zuließ. Und natürlich gehörte die umfassende Information aus dem Sendegebiet dazu, die den Hörer an „Schwarzwaldradio“ band. 3. Die Macher des Senders waren für den Hörer „anfaßbar“ – Menschen, wie Du und ich. Insbesondere bei Livesendungen saß auch ich mit den Hörern nach der Sendung gemütlich zusammen. Ähnlich erging es RTL in seiner Glanzzeit – die Nähe zum Hörer brachte den Erfolg. Aus verlässlicher Quelle weis ich, dass sich der Südwestfunk seinerzeit den kompletten Tagesablauf mitschneiden ließ. Man konnte einfach nicht verstehen, dass das kleine „Schwarzwaldradio“ im Süden Deutschlands einen so großen Erfolg verbuchen konnte. Noch heute reden die Südbadener über „ihr Radio“. Eines Tages stöberten „Touristen“ durch die Sende- und Redaktionsräume. „Was machst Du denn hier?“ war die verblüffte Frage, denn ich kannte die Besucher aus der ehemaligen Radioszene rund um den Bonn/ Kölner Raum. Genauso überrascht gab ich kurz und knapp zur Kenntnis: „Arbeiten!“ Ich kann heute hin und her überlegen, ich weis absolut nicht mehr, wer mich da besucht hat. Natürlich gibt es auch über „Schwarzwaldradio“ zahlreiche Anekdoten zu berichten. Da gab es eine Redakteurin, die sich auf eine Liason mit einem Kollegen eingelassen hatte. Eines Tages stand sie bleich und verheult im Studio. Er soll sie einem Heiratsschwindler gleich um ihre sämtlichen Ersparnisse gebracht haben.. Oder es gab die Jodlerin, die im „Klingenden Schwarzwald“ singen wollte, aber nicht jodeln konnte. Ihre Versuche kamen dann als Gag öfter mal in der Liedpause des Titels „She´s got the Look“ vor. Und natürlich darf die Raumpflegerin im Livestudio auch bei „Schwarzwaldradio“ nicht fehlen. Ich hatte einmal die Nachrichtenschiene zu betreuen und tat gerade die aktuellen Meldungen kund, als sich die Tür öffnete und sich in meinem Kopfhörer das Geräusch eines Düsenjägers breit machte. Es war nichts anderes als der Sound des Staubsaugers. Ein erschütternder und trauriger Vorfall war der Tod des jungen schweizer Kollegen Daniel F. Er soll sich zusammen mit seinem Freund wegen Problemen in der gleichgeschlechtlichen Liebe umgebracht haben.Da mich auch die UFO-Forschung, natürlich nur auf wissenschaftlicher Basis, interessierte, kam mir „Schwarzwald-radio“ entgegen, als in den Jahren 1989/1990 die zahlreichen UFO-Sichtungen rund um das belgische Eupen weltweit für Furore sorgten. Natürlich berichtete ich mit zahlreichen Interviews über dieses Phänomen und konnte meine alten Kontakte nach Eupen gut nutzen. Glaubwürdige Zeugen berichteten mir über ihre Erlebnisse und das belgische Militär bestätigte mir: „Ja, wir haben da etwas, wissen aber nicht, was!“ Und bevor das jähe Ende des Senders kam, fand sich ein neuer Musikredakteur und Moderator bei „Schwarzwaldradio“ ein. Kein geringerer, als Roger Kirk! Wie klein war doch die Radiowelt. Am 29. September 2012 organisierte ich ein Radiotreffen in Freiburg unter dem Motto "25 Jahre Schwarzwald Radio", wäre der Sender doch in 2012 25 Jahre alt geworden. Kirk alias Ernst Wronna sollte diesen Tag nicht mehr erleben, obwohl ich noch kurz zuvor mit ihm in e-mail Kontakt stand. Er schrieb: "Ich weis nicht, ob mir mein gesundheitlicher Zustand eine Teilnahme an dem Treffen zuläßt!" Die Antwort lautete "Nein"! Kirk starb viel zu früh am 4. Dezember 2012. Gegangen ist ein immer fürs Radio engagierter Mann, dem aber aufgrund seiner Kompromislosigkeit ein verdienter großer Erfolg verwehrt blieb! Nach nur vier Jahren war der Radiospaß bei "Schwarzwald Radio" vorbei. Trotz der großen Beliebtheit des Senders und gut verkaufter Werbung kam das Aus Ende1991. Nicht unerhebliche Schuld trug der nach dem plötzlichen Tod des Geschäftsführers Wulf H. Benning vom rucksacktragenden Praktikanten gehobenen Alters zum Geschäftführer hochgepuschte Andreas Ochs. Dieser lebte einem König gleich in Saus- und Braus und verpulverte das durch Werbung hart verdiente Geld. Plötzlich genügte die Etage in der Kaiser-Joseph-Straße nicht mehr, es musste eine ganz Villa für das Radio her, ein Außenstudio im „Rheincenter“ in Weil eingerichtet werden und zudem ein neues Studer-Mischpult für zehntausende Mark her! Erschreckend: Am Aufsichtsrat unter der Leitung von Dr. Rüdiger Richter ging die totale Überschuldung des Senders durch Lebemann Ochs offensichtlich vorbei. Ochs wurde erst, als es zu spät war, gebremst bzw. entlassen. Ein Freudentag für den Geschäftsführer von Radio Regenbogen, Klaus Schunk, der im Handstreich die Frequenz 101 MHz übernehmen konnte. Seitdem heißt es dort „Radio von hier“ – gemacht wird es aber in Wahrheit, von dem kleinen Nachrichten-Außenstudio in Freiburg einmal abgesehen, in Mannheim. Nachdem Ochs laut von einem Hochrheinradio-Projekt unter Beteiligung von RTL träumte, versuchte er sich dann bei Radio FR 1 in Freiburg in der gleichen Art des Geldverprassens. Hier war man schlauer und trennte sich früh genug von ihm. Ähnlich soll es einem Waldkircher Orgelbaubetrieb ergangen sein, für den Ochs Kontakte in die USA knüpfen sollte. Außer Flugspesen war offensichtlich nichts gewesen, sodaß auch hier daß Unternehmen sich noch rechtzeitig vom Lebemann verabschiedete. Zugelernt hatte Andreas Ochs indes nichts. Noch heute erzählt man sich über seine im großen Still begangene Zechprellerei in einer Nobelgastronomie im Elztal bei Freiburg, für die er sogar vor Gericht stand. Offensichtlich hat aber auch die Geschäftswelt nichts aus diesen "Eigenwilligkeiten" gelernt, denn seit 2010 ist eben jener Andreas Ochs wieder in geschäftsführender Ebene beim Waldkircher Reptilienspezialisten "Hoch" im Einsatz. In Geheimdienstkreisen wäre so jemand schon längst als "verbrannt" bekannt geworden, jetzt verbrennen sich erneut Geschäftsleute die Finger an ihm.Aus „Schwarzwaldradio“ gingen unter anderem so interessante Leute, wie Ulli Blöing („Radio NRW“ und heute „Radio Hamburg“), Heinz Weichenberger (der mit seiner unvergleichlichen sonoren Stimme heute Hörbücher spricht), Urs Mannsmann (Fachredakteur der Computerzeitschrift CT), Rolf Kuhlmann (ehemals Radio Essen, heute Stiftung Zollverein), Elvira Kronast (früher Ruhrwelle Bochum, heute Medienbüro in London) und Max Waibel (MDR) sowie Lothar Guckeisen (DLF) hervor.Die Printmedien als weitere journalistische ChanceDer Südwestfunk in Freiburg stellte meiner Bewerbung gegenüber fest, das ich eine zu saubere und nicht vom hiesigen Dialekt gefärbte Aussprache habe und deswegen als Moderator für Süddeutschland nicht geeignet sei. Da es nun erst einmal mit dem Radio-Machen aus war und ich aus meiner neuen alemannischen Heimat nicht wegziehen wollte, wandte ich mich den Printmedien zu. Als Regionalreporter zog ich ab dem März 1992 vier Jahre lang für die Wochenzeitung „Emmendinger Tor“ in der Großen Kreisstadt Emmendingen und deren weiteren Umgebung durchs Land. Das Mikrofon war mit Bleistift und Fotoapparat getauscht. Zudem schrieb ich für zahlreiche Funkfachzeitschriften, wie die „funk“, CB-Funk“ und „Radio Scanner“. Zeitungen, die es heute leider nicht mehr gibt (letztere nur noch als Internetausgabe), da das Interesse am Thema Funk offensichtlich durch Computer und das in den neunziger Jahren immer weiter vorpreschende Internet stark zurückgegangen war. Dennoch blieb ich der Region als Moderator zahlreicher Veranstaltungen erhalten.Und wieder lockte das Radio!Im Mai des Jahres 1998 ergab sich für mich die Chance, beim einzigen in Freiburg verbliebenen Privatsender, „Radio FR 1“, dem späteren „Antenne Südbaden“, unterzukommen. Meine erste Vorstellung dort war mehr als eigenartig: Offensichtlich war gerade einiges im Umbruch und ein Kampf um die Redaktionsleitung ausgebrochen. Ferner war der Sender gerade vom Nürnberger Medienmogul Gunter Oschmann (heute leiten seine Kinder Constanze und Michael das Verlagsimperium) aufgekauft worden. Und in dieses Tohuwabohu steckte auch noch Garbe seine Nase hinein. Immerhin sollte ich trotz des dort sehr bewegten Radiolebens sechs Jahre als Moderator und Redakteur in fast allen Lebenslagen tätig sein. Einzige Ausnahme das Sportressort, da ich selber nie sportlich war und mich auch sonst nicht sehr für Sport interessierte. Schlimmster Fehler von mir war in diesem Zusammenhang, beim Fußball etwas locker vom T-shirt bei den Spielern zu sprechen. Ein Verweis des Fußballkommentators und Leiters der Sportabteilung Frank Rischmüller, späterer Chefredakteur bei Radio FR 1, war mir sicher: „Das heißt Trikot!“ Trotz meines Patzers durfte ich bei der durch Freiburg führenden „Tour de France“ vor Ort bei einem Autohaus moderieren. Was tun in der Not!? Gott sei Dank gab es einen absoluten Radrennfan, der mich immer mit den so dringlich von mir benötigten Informationen vom aktuellen Renngeschehen versorgte. Ob Reportagen vom Zeppelin oder Heißluftzeppelin, der blitzenden Polizeistreife, dem heißesten Arbeitsplatz der Straßenbelagsarbeiter bei über 30 Grad oder dem Knöllchenverteiler, wo auch immer, ich war dabei. Letztendlich gab es sogar die eigene Rubrik „Horst Garbe unterwegs...“. Die für mich größten Erlebnisse bei FR 1 waren die Berichterstattung innerhalb der Nachrichtenschiene über die Vorfälle des 11. September 2001 in New York (ich hatte an diesem Tag Nachrichtendienst) sowie die Pressekonferenzen mit Thomas Gottschalk zu „Wetten Das“ in Freiburg und Basel. Ein Ruhepunkt im Sender stellte Nachrichtenchef Dr. Roland Weis dar (heute Pressesprecher des Freiburger Energieanbieters „Badenova“), der Erfinder der Sendereihe „Alemannisch für Anfänger“. Dies war absolute regionale Comedy, basierend auf dem rund um Freiburg vorherrschenden alemannischen Dialekt. Beim Thema Comedy fällt mir ein, das der aus Lörrach stammende und jetzt in Berlin agierende bekannte Kabarettist Florian Schröder auch bei Radio FR 1 anfing. Er durfte seltsamerweise mit seinen Parodien frei agieren. Mir, der nicht selten ebenfalls satirische Anmerkungen und Parodien zum Besten gab, wurden sie sogar schriftlich verboten! Eine Anerkennung meiner parodistischen Ader indes war es, als ich wieder einmal eine Parodie über den Sender gegeben hatte, das ein Kollege aus der Nachrichtenredaktion zu mir in das Live-Studio hineinstürmte und rief: „Typisch Schröder, wo ist das Band?!“ „Ich habe nur mein Manuskript, der Rest war Live!“ kommentierte ich. Noch heute habe ich das erstaunte Gesicht des Kollegen vor mir. Ein weiterer Mitarbeiter mit dynamischer Stimme und Hardrockambitionen war Bernd Hocke. Gerade ihn findet man heute bei SWR 4.Bernt Kuphal aus Freiburg, der ehemalige "Zypresse" - Verlagschef, als billiger Verleumder!Nun gab es leider nicht nur spaßige Momente im Leben von Radio FR 1. Dummerweise lies ich mich in meiner Gutmütigkeit dazu erweichen, dem Frühmoderator Wolfgang Meyer zuzuarbeiten. Ohne es zuvor zu ahnen, kam auf mich ein Jahr der Tyrannei zu, denn seine Umgangsformen waren eben absolut keine. Wenn es Menschen gibt, die ich nicht mehr wiedersehen möchte, dann gehört er zu den wirklich wenigen Auserwählten in meinem großen Freundes- und Bekanntenkreis! Ebenfalls nicht spaßig war die Präsentation des über die Grenzen Freiburgs hinaus bekannten Anzeigenblattes "Zypresse". Dieses feierte in einem Autohaus Jubiläum und verloste ein Fahrzeug unter seinen Lesern. Indes blamierte sich das Blatt total, in dem es zwar unsere Anwesenheit wünschte, diese jedoch ad Absurdum führte. Immer, wenn ich zum Moderieren ansetzte, wurden unter anderem die zuvor ausgestellten Autoradios lautgestellt sowie unsere mit Luft aufgeblasenen FR 1-Werbesäulen der Stecker gezogen. Boykott auf der ganzen Linie! Als ich ansetzte, vor Ort die Glücksfee (Margit, die Frau des seinerzeitigen Geschäftsführers Bernt Kuphal) zu verkünden, rief mir der ehemalige geschäftsführende Gesellschafter, eben jener Bernt Kuphal ohne jeglichen Anstand und irgendwelchen Bezug zur aktuellen Situation dazwischen: „Haben Sie Probleme mit Frauen?!“ Hinzu kam noch, dass er die geplanten telefonischen Einblendungen in die Livesendung platzen lies. Bis heute habe ich das Verhalten von Auto- und Verlagshaus nicht verstanden. Sollte dies ein billiger Racheakt für mir unbekannte Vorkommnisse gewesen sein, dann ging der Schuss nach hinten los. Das Anzeigenblatt schadete nicht dem Radio, sondern gab sich selbst der Lächerlichkeit preis! Viel später erfuhr ich dann noch, daß eben jener besagte Bernt Kuphal das Gerücht in der Geschäftswelt streute, ich "hätte Frauen dumm angemacht". Eine billige und tolldreiste Behauptung und reine Fantasie, um meinem unbescholtenen Ruf aus mir unbekannten Gründen Schaden zufügen zu wollen. Keinesfalls entsprachen diese derben Verleumdungen unter der Gürtellinie der Realität und es wäre diesem "feinen Herrn" aus Freiburg eine Entschuldigung bei mir nicht schlecht gestanden. Doch für einen solchen Anstand hat es Bernt Kuphal bis zu seinem Tode im November 2011 nicht gereicht. Drei Radio FR 1-Anekdoten noch zum Schluss:1) Eines Tages zeigten sich einige der leitenden Personen des Senders ziemlich aufgeregt. Die Frau eines bekannten Skisportlers, angeblich mit Radioerfahrung, sollte bei FR 1 moderieren. Die Erfahrung der „Dame“ war so groß, dass sie noch nicht mal die Selbstfahrtechnik beherrschte. Wer durfte ihr die Technik und dadurch Überstunden machen? Und dennoch verstand sie es, einige männliche Mitarbeiter um den Finger zu wickeln. Einer lies sich sogar wiederholt als Kindermädchen abstellen. Es kam so, dass am frühen Abend des Freiburger Presseballs ein verheirateter Kollege plötzlich in den Räumen der Musikredaktion auftauchte, um sich dort für den abendlichen Ball festlich umzuziehen. Nur hatte er nicht mit den Fotografen der „Badischen Zeitung“ gerechnet. Schon am Montag nach dem Ball waren der besagte Kollege und das Skihaserl mit großem Farbfoto für alle Freiburger und weit darüber hinaus als Traum-, Verzeihung, Tanzpaar sichtbar wahrzunehmen. 2) Mir, der immer gerne Politiker und andere Berühmtheiten parodierte, wurde eines Tages schriftlich und höchst-persönlich vom Chefredakteur untersagt zu parodieren - bloß kein lebendiges Radio! Dabei parodierten andere, wie der mittlerweile überall bekannte Kabarettist und Comedien Florian Schröder, wann immer er nur konnte. Ja, auch er war bei Radio FR 1, dem späteren "Antenne Südbaden", tätig.3) Ende 2004 sorgte der neue Geschäftsführer Christian Roth für eine intensive Ausdünnung der Personaldecke mit der Begründung, „ein nicht journalistisch geprägtes Radio machen zu wollen!“ Genugtuung für die Geschassten, darunter ich: Er wurde geradeeinmal ein Jahr danach ebenfalls vor die Türe gesetzt. Es scheint doch eine höhere Gerechtigkeit zu geben.Natürlich gäbe es noch zahlreiche weitere Erinnerungen und Anekdoten, die oben Geschilderten waren aber die Interessantesten. Alle erstellt nach bestem Wissen und Gewissen ohne Gewähr auf die Richtigkeit, da nur aus meinem „biologischen Computer“ und einigen verbliebenen schriftlichen Dokumenten zusammengestellt. Wer weis, was die Radiozukunft noch so alles bringt, außer das Beste von Heute, den besten Mix und die Superhits aus den Achtzigern und Neunzigern.Horst Garbe im Januar und September 2009

Wie Horst Garbe zum Rundfunk kam - ein heiter-satirischer Rückblick!

Lucius Reichling von "Truck Stop"

Christo und Jeanne-Claude, die Verhüllungskünstler.

Startrompeter Roy Etzel im Interview mit Horst Garbe.

Thomas Gottschalk auf einer Pressekonferenz zu "Wetten dass".

Superclown Oleg Popov (Mitte) mit seiner Frau Gabriele Lehmann.

Dickey Lee

Wigald Boning neben dem Radiobären!

Jean Pütz von der WDR-Hobbythek!

Johann Lafer - der Topkoch!



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